1827: Geburtsstunde des Rasenmähers

on

Als Geburtsstunde des Rasenmähers gilt das Jahr 1827. Zu verdanken haben wir dieses dem Ingenieur und Erfinder Edwin Beard Budding (1795 – 1846) aus Gloucestershire im Südwesten Englands. So gilt England nicht nur als das Mutterland eines jeden gepflegten Rasens, sondern auch als das Mutterland des ersten Rasenmähers. Hierzu muss man wissen, dass sich im 18. Jahrhundert in England eine neue Form der Gartenkunst entwickelte, die sich später in ganz Europa verbreitete: Landschaftsgärten mit intensiv gepflegten „Pleasuregrounds“ im Umfeld von Schlössern. Die Folge waren riesige Parks, deren Rasen es zu mähen galt. Dieses allerdings mit Sensen, da es ja noch keine Rasenmäher gab. So waren zum Beispiel im Park von „Blenheim Palace“, einem der ältesten und größten Schlösser von England, ständig 50 Gärtner mit dem Mähen des Rasens beschäftigt. Aber nicht nur der enorme Einsatz an Personal war ein Problem, sondern auch die Sensen selbst. So mussten dieses jedes Mal wenn sie zum Einsatz kamen neu geschliffen werden, um den Rasen nicht zu zerreißen. So wie viele Engländer es schon damals waren und auch heute noch sind, galt auch Edwin Beard Budding als Liebhaber eines schönen und gepflegten Rasens. So machte er sich Gedanken darüber, wie man einen Rasen mit weniger Aufwand schneiden konnte, als es mit Sensen möglich war. Warum keine große Schere anstatt einer Sense? Als zwei gegenläufige Sicheln in Form einer Schere? Auf diese Idee kam er bei einem Besuch einer Weberei in seiner Heimatstadt. Hier sah er eine Maschine, die den Stoff nach dem Weben an einer feststehenden Klinge entlang führte und diesen dann durch eine rotierende Spindel mit weiteren Klingen trennte, um ein gleichmäßigeres Aussehen zu erreichen. Budding kam nun auf die Idee, dass sich das Konzept einer sich gegen eine zweite feststehenden drehende Klinge auch auf das Schneiden von Gras übertragen lassen kann. Infolge dessen übertrug er dieses Prinzip auf das Rasenschneiden und schon war der erste Rasenmäher in seiner Urform, einem handbetriebenen Spindelmäher, geboren. Die Klingenbreite dieser „Mutter aller Rasenmäher“ betrug 480 mm. Da allerdings zu der damaligen Zeit die Kette noch nicht erfunden war, wurde die Kraft mittels eines Zahnradwerks aus Gusseisen übersetzt. Budding begann nunmehr seine Erfindung praktisch zu erproben. Da er jedoch für viele seiner Zeitgenossen als „der verrückte Erfinder“ galt, erprobte er seinen Rasenmäher überwiegend bei Nacht. Das wiederum führte dazu, dass ihn seine Landsleute für mondsüchtig hielten. Budding ließ sich allerdings nicht beirren und setzte seine praktischen Erprobungen fort, so auch im Londoner Regent´s Park. Als man dort bemerkte, dass sich mit Buddings Erfindung bis zu acht Gärtner einsparen ließen, meldete Budding seinen Rasenmäher im Jahr 1830 als Patent an und begann zusammen mit John Ferrabee, dem Eigentümer der Maschinenfabrik Phoenix Mill, Spindelmäher zu produzieren.

2 Kommentare auch kommentieren

  1. Christine sagt:

    Wirklich interessant wie weit die Geschichte des Rasenmähers nun schon zurück reicht. Hätte ich gar nicht gedacht, danke für diesen interessanten Beitrag.

  2. Paul sagt:

    Edwin Beard Budding war nicht nur der Erfinder des ersten Rasenmähers sondern hat den ersten Engländer, ein Verstellschlüssel zum Lösen und Anziehen von Schraubverbindungen, erfunden. Die von Budding erfundenen Mäher und Engländer sind im London Science Museum und dem Rasenmähermuseum in Southport ausgestellt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.